Starke Menstruation: Ursachen, Symptome und Lösungen
Eine starke Menstruation kann den Alltag erheblich beeinflussen. Vielleicht musst du deine Binde oder deinen Tampon stündlich wechseln, hast Angst vor dem Auslaufen oder fühlst dich während deiner Periode besonders müde und erschöpft. Für viele Frauen sind die ersten Tage der Menstruation die anstrengendsten des Monats.
Zum Glück gibt es Möglichkeiten, besser damit umzugehen. Wenn du die möglichen Ursachen kennst und den passenden Schutz wählst, kannst du Beruf, Schule, Sport und Freizeit entspannter erleben.
Wann spricht man von einer starken Menstruation?
Jede Frau erlebt ihre Menstruation anders. Typisch für eine starke Regelblutung ist, dass du Binden oder Tampons stündlich wechseln musst, dass regelmäßig Blut durch die Kleidung dringt oder dass du nachts aufstehen musst, um deinen Schutz zu wechseln. Auch große Blutgerinnsel, eine Blutung von mehr als sieben Tagen oder ein Alltag, der durch die Periode stark eingeschränkt ist, sind Hinweise.
Während einer normalen Menstruation verliert eine Frau durchschnittlich 30 bis 80 Milliliter Blut. Liegt der Blutverlust darüber, spricht man häufig von einer starken Regelblutung.
Symptome einer starken Menstruation
Neben dem höheren Blutverlust treten oft weitere Beschwerden auf. Viele Frauen sind müde und erschöpft, manchen ist schwindelig, und sie sehen blass aus. Dazu kommen häufig Unterleibs- und Rückenschmerzen, Krämpfe, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme.
Verlierst du über längere Zeit viel Blut, kann sich ein Eisenmangel oder sogar eine Blutarmut entwickeln.
Mögliche Ursachen einer starken Menstruation
Hormonelle Veränderungen
Hormone steuern den Aufbau und den Abbau der Gebärmutterschleimhaut. Ist dieses Gleichgewicht gestört, kann sich mehr Schleimhaut bilden, die während der Menstruation abgestoßen wird. Die Blutung fällt dann stärker aus. Solche Schwankungen treten häufig in der Pubertät, nach einer Schwangerschaft und in den Jahren vor den Wechseljahren auf.
Myome
Myome sind gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter. Sie können stärkere Blutungen, ein Druckgefühl im Unterbauch, Menstruationsschmerzen oder häufigeren Harndrang verursachen. Nicht jedes Myom macht Beschwerden, dennoch gehören sie zu den häufigsten Ursachen einer starken Menstruation.
Endometriose und Adenomyose
Bei der Endometriose wächst gebärmutterähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter, bei der Adenomyose wächst es in die Gebärmuttermuskulatur hinein. Beide Erkrankungen können zu starken und länger anhaltenden Blutungen, heftigen Regelschmerzen und chronischen Unterleibsschmerzen führen. Eine frühe Diagnose hilft, die Beschwerden besser zu behandeln.
Polypen
Polypen sind kleine Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut. Sie können stärkere Blutungen oder Zwischenblutungen verursachen und sollten bei anhaltenden Beschwerden ärztlich untersucht werden.
Kupferspirale
Einige Frauen bemerken nach dem Einsetzen einer Kupferspirale stärkere oder längere Blutungen. Bleiben die Beschwerden bestehen, empfiehlt sich ein Gespräch mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt.
Was kannst du selbst tun?
Nicht jede Ursache lässt sich selbst beeinflussen, doch einige Maßnahmen helfen vielen Frauen. Hör auf deinen Körper: An den stärksten Tagen braucht er oft mehr Ruhe, plan dann möglichst weniger anstrengende Aktivitäten ein.
Mit dem Blut verliert dein Körper auch Eisen. Achte deshalb auf eisenreiche Lebensmittel wie Spinat, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Kürbiskerne. Vitamin C verbessert die Aufnahme von Eisen und lässt sich gut damit kombinieren.
Leichte Bewegung wie Spaziergänge, Radfahren oder Yoga kann Krämpfe lindern und das Wohlbefinden verbessern. Mehr dazu liest du in unserem Artikel Menstruation und Sport.
Hilfreich ist auch, deinen Zyklus zu beobachten. In einer Zyklus-App oder einem Menstruationskalender kannst du festhalten, wie lange deine Periode dauert, wie stark die Blutung ist und welche Beschwerden auftreten. Diese Notizen helfen auch bei einem Arztbesuch.
Welcher Schutz hilft bei starker Menstruation?
Bei einer starken Blutung ist vor allem wichtig, dass dein Schutz genug aufnimmt und gut sitzt. Viele Frauen tragen an diesen Tagen Periodenunterwäsche, allein oder zusammen mit einem Tampon oder einer Menstruationstasse. Sie verrutscht nicht und fängt auf, was ein Tampon nicht hält.
Für starke Tage eignen sich Modelle mit hoher Saugfähigkeit, etwa die Basic Ultra (ca. 60–80 ml) oder die Maxi (ca. 60–70 ml). Modelle mit hohem Bund bieten einen größeren Schutzbereich. Wechsle an sehr starken Tagen tagsüber und trag frischen Schutz, bevor du schlafen gehst. Tipps für ruhige Nächte findest du in unserem Artikel Menstruation in der Nacht.
Wann solltest du zur Frauenärztin?
Eine starke Menstruation solltest du ärztlich abklären lassen, wenn sie dich regelmäßig im Alltag einschränkt, länger als sieben Tage dauert oder du große Blutgerinnsel bemerkst. Auch bei Schwindel, starker Müdigkeit oder Blässe, die auf einen Eisenmangel hindeuten können, oder bei Blutungen zwischen den Perioden ist ein Termin sinnvoll.
Wenn du sehr viel Blut verlierst und dich schwach oder benommen fühlst, such sofort ärztliche Hilfe. Deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt kann die Ursache finden und mit dir besprechen, was in deinem Fall hilft.